Gibt es einen idealen Arbeitsabstand für die Celestron Schmidt-Cassegrains?

Celestron gibt auf https://www.celestron.com/blogs/knowledgebase/what-are-the-optimum-back-focus-distances-for-celestron-scts die folgenden Idealwerte für Schmidt-Cassegrains an:

SCT Back focus distance from primary mirror baffle tube lock ring (in)

  • C5: 5" (12,7cm)
  • C6: 5" (12,7cm)
  • C8: 5" (12,7cm)
  • C925: 5.475" (13,9cm)
  • C11: 5.475" (13,9cm) vom 3"-auf-2"-Adapter, 5.975" (15,2cm) ab dem 3"-Klemmring des Hauptspiegelblendrohrs
  • C14 5.475" (13,9cm) vom 3"-auf-2"-Adapter, 5.975" (15,2cm) ab dem 3"-Klemmring des Hauptspiegelblendrohrs

Die Abstände der EdgeHD sind im EdgeHD-Whitepaper bzw. bei den jeweiligen Geräten angegeben.

Wenn dieser Punkt unter- oder überschritten wird, merkt man bei den klassischen SCs - visuell - lange Zeit recht wenig, weil das Auge Vignettierung und Bildfehler nur sehr gemindert wahrnimmt. Aber fotografisch wird das relativ rasch sichtbar - vor allem dank der immer kleiner werdenden Pixel der modernen CMOS-Kameras. Je weiter man z.B. diesen designerischen Idealbrennpunkt durch Verlagerung des Hauptspiegels "nach aussen zwingt", desto mehr von der Öffnung des Teleskops wird abgeschattet.

Man merkt es nicht wirklich - aber effektiv macht man so "das Fernrohr kleiner" und die Brennweite (und das effektive Öffnungsverhältnis) wächst von f/10 rasch bis zu f/13 an - wie gesagt, bei kleinerer Öffnung. Man verliert also sowohl Schärfe als auch Auflösungsvermögen, das Bild wird langsam und unmerklich immer "matschiger" und dunkler.

Dieser Effekt ist bei den original SC s relativ "gutmütig" und wird nur bei wirklich grossen Abstandsänderungen aufflällig (anders ist das bei den feldkorrigierten SC-Edge-HD-Optiken. Diese beinhalten ja ein zusätzliches "Bildfeldebnungslinsensystem" im Tubusende und das Bild ist PERFEKT und völlig geebnet - wenn der designerische Abstand von Haupt-und Fangspiegel EXAKT eingehalten wird).

Diese langsam (Classic SC) oder rasch (Edge-HD) eintretende Qualitätsverschlechterung des Bildes ist jedoch der "Urgrund" warum über die Jahrzehnte die Meinung aufgekommen ist, ein SC würde generell schlechter abbilden als z.B. Newtonsysteme. Das Gegenteil ist jedoch der Fall - was z.B. die hervorragenden Bildergebnisse von erfahrenen Astrofotografen zeigen, die mit den unglaublich preisgünstigen SC s ebenso unglaublich gute Bildergebnisse erzielen.

Leider gibt es weder für SC-Optiken noch für die aufwendigeren EDGE-HD SC s einen "Knackpunkt" beim Fokussieren auf Unendlich, der anzeigen würde, dass hier der ideale designerische Abstand von Haupt- zu Fangspiegel erreicht ist. Das wäre eine dramatische Verbesserung für den Anwender, weil er dann "automatisch" wüsste, welche Zubehörteile optimalerweise beschafft werden müssen, um einen Kamerachip oder eine Okular-Feldblende in den korrekten Abstand zu bringen.

So wie die Dinge liegen kann man nur die (oben angeführte) Tabelle konsultieren und mit einem Meßschieber notdürftig nachmessen. Die Celestron T-Adapter sind dafür ausgelegt, dass der Abstand bei einer DSLR mit T-Adapter und 55mm Auflagemaß eingehalten werden.

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