Highlights am Nachthimmel: Dezember 2023

Mit dem Beginn des Dezembers neigt sich das Jahr 2023 dem Ende zu: Am Freitag, dem 22. Dezember findet die Wintersonnenwende statt.

In der ersten Monatshälfte ist Merkur das interessanteste Ziel für Planetenbeobachter. Er erreicht seine größte östliche Elongation und ist abends am Westhimmel zu sehen. Am 8. Dezember ist er genau zur Hälfte beleuchtet (Dichotomie), seinen höchsten Stand erreicht er am 10. Dezember. Am Abend des 14. Dezembers erhält er dann Besuch von der sehr schmalen Mondsichel, die ihm bis auf etwa sieben Grad nahe kommt. Im weiteren Verlauf des Monats gibt es einige weitere Begegungen des Monds mit anderen Himmelskörpern, dazu kommt der Sternschnuppenstrom der Geminiden etwa zur Monatsmitte.

Schauen wir uns einmal den Sternenhimmel gegen Mitternacht zur Monatsmitte an – über uns bietet der frühwinterliche Himmel einen beeindruckend Anblick, der von den auffälligsten Wintersternbildern dominiert wird.

Simulation des Nachthimmels (aus Stellarium) zur Monatsmitte um Mitternacht

Wenn wir zuerst nach Westen schauen, sehen wir die Herbststernbilder Pegasus, Dreieck, Fische und Kepheus auf ihrem Weg Richtung Horizont. Jupiter ist immer noch ein paar Stunden lang zu sehen. Hoch über unseren Köpfen stehen im Nordwesten die beiden Sternbilder Perseus und Kassiopeia mit dem wunderschönen Doppelhaufen h & Chi Persei –  im Fernglas ein faszinierender Anblick. Darüber steht der Fuhrmann mit den offenen Sternhaufen Messier 36, 37 und 38. Direkt darunter wartet der Stier mit dem offenen Sternhaufen Messier 45, besser bekannt als die Plejaden – ein weiteres schönes Ziel für Ferngläser. Messier 1, der Krebsnebel in der Nähe des Sterns Zeta Tauri im linken Horn des Stiers, ist der Überrest eines Sterns, der im Jahr 1054 explodierte. Dieses Ereignis wurde von chinesischen Astronomen aufgezeichnet; der dabei entstandene Gasnebel ist in Teleskopen wie dem StarSense Explorer 8" Dobson (#822120 , € 1099,-) oder größeren Fernrohren gut zu sehen.

Simulation des Anblicks des Orion-Nebels mit einem Celestron 20x80 Fernglas in Stellarium. Der Anblick im Okular wird weniger farbintensiv sein und eher ein blasses Grünblau zeigen als die kräftige Rottöne.

Links unterhalb stehen die Zwillinge und direkt darunter der "Star" der Wintersternbilder – der Himmelsjäger Orion. In ihm schimmert mit Messier 42 – besser bekannt als der Große Orionnebel – ein rund 1500 Lichtjahre entferntes Sternentstehungsgebiet. Er gehört zu den schönsten Zielen für Ferngläser oder Teleskope bei niedriger Vergrößerung. Mit steigender Vergößerung werden Sie den Sternhaufen in seinem Zentrum besser erkennen können: Das Trapez. Der Orion bietet noch eine ganze Reihe weiterer Ziele wie den Pferdekopfnebel oder Barnards Loop, die ideal für Astrofotografen sind. Links unterhalb/südöstlich liegt der Große Hund mit seinem Hauptstern Sirius. Mit einer Helligkeit von -1,46mag ist er (nach der Sonne) der hellste Stern an unserem Himmel. Wer freien Blick auf den Horizont und dunklen Himmel hat, kann unterhalb von Sirius den offenen Sternhaufen M41 finden.

Himmels-Highlights im Dezember

Venus und die schmale Mondsichel etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang am 9. Dezember. In Stellarium simulierter Anblick in einem Celestron Cometron 7x50 Fernglas
  • 4. Dezember: Merkur in größter östlicher Elongation am Westhimmel
  • 5. Dezember: Mond im letzten Vierte
  • 8. Dezember: Merkur in Dichotomie
  • 9. Dezember: Enge Begegnung von Mond und Venus am Morgenhimmel, sichtbar z.B. in einem 7x50 Fernglas
  • 10. Dezember: Merkur erreicht seinen Höchststand am westlichen Abendhimmel
  • 13. Dezember: Neumond
  • 14. Dezember: Enge Begegnung von Mond und Merkur (~7 Grad); außerdem Maximum des Sternschnuppenstroms der Geminiden
  • 17/18. Dezember: Enge Begegnung von Mond und Saturn
  • 19. Dezember: Mond im ersten Viertel
  • 22. Dezember: Wintersonnenwende, enge Begegnung von Mond und Jupiter (etwa 3 Grad Abstand) nach Sonnenuntergang
  • 27. Dezember: Vollmond

Den Winterhimmel erkunden: Celestron StarSense Explorer Dobson-Teleskope mit App-Unterstützung

Ein Dobson-Teleskop (manchmal auch liebevoll als "Dob" bezeichnet) ist ein Newton-Spiegelteleskop, das in einer einfachen Rauf-/Runter-/Rechts-/Links-Montierung (azimutal) ohne motorische Nachführung montiert ist. Diese Bauform wurde in den 1960er Jahren durch den amerikanischen Amateurastronom und Förderer der Astronomie John Dobson populär gemacht. Die Montierung ist einfach herzustellen, leicht aufzubauen und zu verwenden und selbst für Optiken mit großer Öffnung stabil genug. Es hat zahlreiche Anpassungen und Modifikationen gegeben, wie z. B. zusammenklappbare Fernrohruben oder sehr niedrige Rocker-Boxen (in denen das Teleskop "sitzt"). Dobson-Teleskope sind sowohl bei Anfängern wie auch erfahrenen Amateurastronomen sehr beliebt.

Ein Dobson hat zahlreiche Vorteile, unter anderem:

  • Die einfache, zweiteilige Konstruktion erleichtert das Aufstellen des Teleskops für die Beobachtung. Normalerweise stellen Sie einfach nur die Rockerbox auf einen ebenen Untergrund (z. B. eine Hofeinfahrt oder ins Gras). Anschließend wird der Teleskoptubus in die Rockerbox gesetzt – und sobald Sie Ihre Okulare und Filter zur Hand haben, ist das Teleskop auch schon bereit für die Beobachtung des Nachthimmels.
  • Das Montierungsdesign ermöglicht eine einfache Bedienung mit intuitiven Auf/Ab- (Höhe) und Links/Rechts- (Azimut) Bewegungen zum Auffinden von Himmelszielen. Anders als bei einer parallaktischen Montierung entfallen Gegengewichte und das mühsame Einnorden. Dobson-Teleskope haben in der Regel keine Nachführung, sodass keine elektronischen Motoren oder Antriebssysteme zu bedienen sind (oder wegen leerer Batterie ausfallen können).
  • Viel Öffnung fürs Geld, da der größte Teil des Kaufpreises in die Optik fließt und nicht in eine komplexe Montierung mit Motorelektronik und eventuell auch noch einer Computersteuerung. Newton-Optiken sind ebenfalls preiswerter in der Herstellung als aufwendigere Teleskope wie Refraktoren, Schmidt-Cassegrains oder EdgeHD-Teleskope. Die einfache Montierung besteht größtenteils aus Holz und ist auch daher günstiger als eine (parallaktische) Montierung aus Metall.
  • Verfügbare Öffnung: Dobson-Teleskope gibt es typischerweise mit Öffnungen von 13cm bis hin zu 30cm (wobei es sogar noch größere Geräte mit 50cm Öffnung oder mehr gibt). Insbesondere die Geräte mit bis zu 20cm Öffnung sind für die meisten Beobachter noch gut transportabel* ACHTUNG FUSSNOTE. Die niedrigen Produktionskosten bedeuten auch einen günstigen Ladenpreis.
  • Ein Newton wird von vielen als All-Round-Teleskop angesehen, das für die Beobachtung von Planeten ebenso gut geeignet ist wie für Deep-Sky-Objekte wie Nebel, Galaxien und Sternhaufen.

Ein Dobson hat aber auch ein paar Nachteile. Einige Beobachter halten ihn für sperriger als ein klassisches Teleskop mit Stativ wie ein Celestron NexStar SE (abhängig von der Öffnung – siehe unten *ACHTUNG FUSSNOTE). Insbesonderee Einsteiger können davon abgeschreckt werden, dass sie die Ziele am Himmel selbst einstellen müssen.

NexImage 5 (#825101 , € 319,-)

Für Astrofotografen bedeutet das Fehlen einer automatischen Nachführung, dass langbelichtete Aufnahmen von lichtschwachen Himmelsobjekten nicht wirklich möglich sind. Die Fotografie von Mond oder Planeten benötigt dagegen nur kurze Belichtungszeiten und ist schon eher möglich. Das geht mit speziellen Planetenkameras wie den Celestron NexImage Kameras oder sogar mit einer Smartphone-Kamera am Okular, wenn Sie einen der Celestron Smartphone Adapter verwenden.

Ein Dobson hat in der Regel keinen Computer, um Objekte per Goto zu lokalisieren. Die meisten Beobachter verwenden daher eine Methode namens Star Hopping: Sie finden die Objekte, indem sie entlang einer Reihe von verschiedenen, über den Himmel verteilten Sternen und Sterngruppen zu ihrem Ziel finden (in der Regel mit Hilfe einer Sternkarte oder einer digitalen Planetariumssoftware wie dem kostenlosen SkyPortal von Celestron). Das funktioniert mit bloßem Auge, einem Fernglas oder auch durch das Teleskop zw. seinen Sucher. Dies ist eine einfache Methode zum Auffinden heller Objekte sein und hilft auch bei der Suche nach schwächeren oder kleineren Objekten. Kleinere oder lichtschwächere Ziele erfordern jedoch Zeit und Geduld, sodass Star Hopping frustrierend sein – vor allem, wenn man keinen besonders dunklen Himmel hat und nur wenige Sterne erkennt.

Celestron eröffnet den Dobson-Freunden jetzt ganz neue Möglichkeiten bei der Suche nach Beobachtungszielen. Statt eine neue, komplizierte Montierung mit Encodern oder einem computergesteuerten, motorisierten Goto-Lösung zu entwickeln bleibt Celestron dem Dobson-Gedanke treu: Legen Sie einfach Ihr Smartphone in die spezielle Halterung am Teleskop (das StarSense-Dock) und lassen Sie sich von der Smartphone-Kamera und der StarSense Explorer App zu Ihren Zielen führen. Das ist das Erfogsrezept der StarSense Explorer Dobson-Teleskope mit Smartphone-Unterstützung. Diese Geräte eignen sich für Anfänger wie für erfahrene Beobachter gleichermaßen und sind in verschiedenen Größen erhältlich, passend zu verschiedenen Anforderungen und Budgets.

Wer ein extrem transportables Teleskop will, wird bei den preiswerten Modellen mit 130mm ( Celestron StarSense Explorer 130mm Tabletop DobsonCelestron StarSense Explorer 130mm Tabletop Dobson Celestron StarSense Explorer 130mm Tabletop Dobson (#822126, € 599,-) ) oder 150mm Öffnung ( Celestron StarSense Explorer 150mm Tabletop DobsonCelestron StarSense Explorer 150mm Tabletop Dobson Celestron StarSense Explorer 150mm Tabletop Dobson (#822127, € 699,-) ) fündig, die für den Einsatz auf einem Tisch oder" einer Mauer gedacht sind. Ein optionales Stativ ist demnächst erhältlich. Nach oben wird die StarSense Explorer Reihe durch die großen Dobsons mit 20, 25 und 30 cm Öffnung abgerundet, die groß genug sind, um sie einfach auf den Boden zu stellen.

Zum Lieferumfang gehören zwei Okulare (10mm und 20mm), ein Leuchtpunktsucher, das justierbare Smartphone-Dock, eine Kollimationshilfe, eine Okularablage, das Planetariumsprgramm Celestron Starry Night Basic und ein Link plus Freischaltcode, um die StarSense Explorer App herunterzuladen und freizuschalten.

Wie schon erwähnt werden diese Teleskope zusammen mit Ihrem Smartphone und der Celestron StarSense Explorer App für iOS/Android verwendet, damit Sie alle Ziele am Himmel finden – eine große Hilfe bei der Suche nach vielen sonst nur schwer zu findenden, lichtschwachen Zielen.

Screenshots der Starsense Explorer App. Links die Richtungspfeile, die anzeigen, wie Sie das Teleskop bewegen müssen, in der Mitte die Ansicht, wenn das Ziel gefunden wurde, und rechts eine Info-Seite zu dem jeweiligen Objekt.

Nachdem Sie Ihr Smartphone in das speziell entwickelte, verstellbare Dock gelegt und die Kamera des Smartphones mit der StarSense Explorer App auf die Optik des Teleskops ausgerichtet haben (genau wie bei der Justage eines klassischen Teleskop-Suchers, aber ganz einfach durch Antippen des Ziels auf dem Display), warten Tausende von Himmelsobjekten auf Sie. Sobald Sie ein Ziel auf der Sternkarte ausgewählt haben, zeigen Ihnen eine Reihe von Pfeilen, in welche Richtung Sie das Teleskop bewegen müssen, bis das zentrale Fadenkreuz grün wird, was bedeutet, dass das gewählte Objekt im Okular des Teleskops zu sehen ist. Für Tausende von Objekten gibt es weitere Informationen (auch auf Deutsch), und Sie können sich auch (englischsprachige) Audiobeschreibungen zu vielen Hunderten von ihnen anhören.

Die App verwendet die Smartphonekamera, um ein Bild des Himmels aufzunehmen, und nutzt eine Technik namens Platesolving (die auch professionelle Astronomen verwenden), um die sichtbaren Sterne mit der eingebauten Datenbank abzugleichen und so die Ausrichtung des Teleskops zu bestimmen. Diese einzigartige, patentierte Technik ist wesentlich genauer als andere Astronomie-Apps, die nur Neigungs- und Beschleunigungsmesser sowie den Kompass des Smartphones verwenden, um die Blickrichtung von Smartphone (und Teleskop) zu bestimmen. Es gibt sie ausschließlich bei Celestron. Weitere Informationen zur StarSense Explorer Technologie finden Sie hier.

*) Vor dem Kauf eines Teleskops empfehlen wir den potentiellen Käufern immer, sich über die Gesamtgröße des Teleskops zu informieren – entweder über die Technischen Daten auf unserer Webseite oder bei einem Besuch bei einem unserer autorisierten Celestron Fachhändler, bevor Sie kaufen. So stellen Sie sicher, dass das Teleskop nicht zu groß ist, um es zu transportieren, aufzustellen oder zu lagern.

Da dies die letzte Celestron Himmelsvorschau für 2023 ist, möchten wir die Gelegenheit nutzen, um Ihnen schöne Weihnachten und einen guten Rutsch in das Jahr 2024 zu wünschen – und natürlich Clear Skies!


Über den Autor: Lee Sproats

Lee Sproats

Dr. Lee Sproats interessiert sich für Astronomie, seit er 1977 Star Wars sah und in der britischen Fernsehsendung Sky at Night auftrat. Danach studierte er Astronomie, wo er am University College London/Mullard Space Science Laboratory einen Abschluss und anschließend einen Doktortitel in diesem Fach erwarb. Er arbeitete in Australien in der Radioastronomie und nutzte optische und Infrarot-Teleskope auf Hawaii und La Palma sowie die Lowell und Kitt Peak Observatorien in den USA. Nachdem er für die Universität von Surrey gearbeitet hatte, um den Einsatz von Computern in der Lehre an britischen Hochschulen zu fördern, und anschließend als IT-Trainer für ein Börsenunternehmen tätig war, arbeitete er für Greenwich Observatory Ltd, wo er die nördliche Niederlassung leitete, und anschließend für David Hinds Ltd, wo er mit unseren und Celestron-Produkten handelte. Er ist häufig an Flugausflügen beteiligt, die Passagiere zur Beobachtung des Nordlichts führen, hat Reisen zur großen Sonnenfinsternis in den USA 2017 in der Nähe von Hopkinsville geleitet und war leitender Astronom an Bord einer speziell gecharterten 737, um die totale Sonnenfinsternis 2015 in 38.000 Fuß Höhe zu beobachten. Lees astronomische Interessen umfassen Mondbeobachtung, Astrofotografie, Fotometrie und Pro-Am-Kooperationen.

Seit David Hinds seine Tätigkeit im Dezember 2020 eingestellt hat, arbeitet Dr. Sproats für Baader Planetarium als unser Vertreter/Berater in Großbritannien und ist verantwortlich für die Betreuung unserer Händler in Großbritannien und Irland, für die Produktunterstützung von Baader Planetarium/PlaneWave/10Micron, für das Verfassen von Artikeln und für unsere Großteleskop- und Sternwarten-Instrumentierungsprojekte.


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