Leitfaden zur Stromversorgung Ihres Teleskops: Celestron PowerTank und PowerTank Lithium

Besitzer von computergesteuerten Teleskopen haben heute eine Vielzahl von Möglichkeiten, um ihr Teleskop auch an entlegenen Beobachtungsplätzen mit Strom zu versorgen. Lance Lucero ist unser Produktmanager für Astronomie und für die Entwicklung unserer PowerTank Lithium- und PowerTank Lithium Pro-Batterien verantwortlich. In diesem Interview gibt er einen Überblick über die verschiedenen Optionen.

Welche Möglichkeiten habe ich, um ein Celestron-Teleskop zu betreiben?

Natürlich können Sie Ihr Teleskop mit einem 12V-Netzteil betreiben. Bei einigen Teleskopen gehört es bereits zum Lieferumfang, bei anderen können Sie ein separates Netzteil anschließen. Dass ist die komfortabelste und preiswerteste Stromversorgung für fest installierte Teleskope, oder wenn an Ihrem Beobachtungsort eine Steckdose vorhanden ist. Achten Sie jedoch bei der Aufstellung Ihres Teleskops darauf, dass Sie im Dunkeln nicht versehentlich über das Kabel stolpern können.

[Hinweis: Viele günstige Netzteile liefern bei kalten Temperaturen zu wenig Spannung. Wir empfehlen daher die Baader Outdoor Telescope Netzteile, die auch für den Einsatz bei niedrigen Temperaturen ausgelegt sind.]

Viele unserer Teleskope laufen mit normalen Batterien, entweder in einer separaten Batterietasche oder in einem eingebauten Batteriefach. Das funktioniert, aber wenn Sie regelmäßig beobachten, müssen Sie auch regelmäßig neue Batterien kaufen. Leider liefern wiederaufladbare AA-Batterien nicht genügend Spannung, um ein Teleskop zuverlässig zu betreiben (1,2 Volt statt 1,5 Volt). Hier kommen spezielle Akkupacks für die Astronomie ins Spiel. Celestron hat vier tragbare Modelle mit unterschiedlichen Kapazitäten und Preisen im Sortiment: Die alten PowerTank und PowerTank 17 sowie die neuen Celestron PowerTank LiFePO4 12V DC/ USB 5V/ 84,4Wh (#821041, € 179,-) und jetzt auch der PowerTank Pro LiFePo4 12V DC / USB 5V / 158.74 Wh (#821042, € 299,-) .

Celestron PowerTank

Welche Vor- und Nachteile haben Bleiakkus wie die originalen PowerTank und PowerTank 17?

PowerTank und PowerTank 17, BleiakkusDie meisten Menschen kennen Blei-Gel-Akkus aus ihrem Alltag, da diese Batterietechnologieauch für Autobatterien verwendet wird. Dort funktioniert diese Technik auch gut, da der Akku während der Fahrt ständig aufgeladen wird. Er leidet jedoch, wenn er über einen längeren Zeitraum nicht benutzt wird. (Deshalb müssen Sie Ihre Autobatterie laden, nachdem Sie ein paar Wochen lang nicht gefahren sind.) Wenn Sie einen Bleiakku für die Astronomie verwenden, müssen Sie ihn mit einiger Regelmäßigkeit auf- und entladen. Etwa einmal im Monat sollte er einen vollständigen Entlade-/Ladezyklus durchlaufen, damit er seine Leistung behält. Blei-Gel-Akkus sind nicht mehr der Stand der Technik, aber sie sind immer noch beliebt und funktionieren zuverlässig, wenn sie gut gepflegt werden.

Allerdings halten Blei-Gel-Akkus wie Autobatterien nicht ewig. Sie können die Lebensdauer bei sachgemäßer Pflege verlängern, aber nach etwa zwei Jahren müssen Sie ihn wahrscheinlich ersetzen.

Blei-Gel-Akkus sind somit keine perfekte Lösung (und auch nicht die umweltfreundlichste), aber sie werden seit Jahrzehnten benutzt. Falls Sie bereit sind, Zeit in die Akkupflege zu investieren, sind sie kostengünstige Stromspeicher. Der originale PowerTank war so ein Akku mit geringerer Kapazität, der sich am besten für Teleskope wie das NexStar SLT und darunter eignete. Der größere PowerTank 17 war für größere Teleskope und längere Beobachtungsnächte ausgelegt.

Welche Vor- und Nachteile haben Lithium-Eisen-Phosphat-Akkus (LiFePO4)?

Ob es nun die Transportsicherheitsbehörde TSA ist, die bestimmte Smartphones an Bord von Flugzeugen verbietet, oder das große "Hoverboard"-Fiasko von 2015 – es scheint, dass unsichere Lithium-Batterien immer wieder in den Nachrichten sind. Nachdem wir uns für die Entwicklung eines eigenen Lithium-Akkus entschieden hatten, war die Sicherheit natürlich eines unserer Hauptanliegen.

Wir haben schnell gelernt, dass nicht alle Lithium-Batterien gleich sind. Wir haben daher lieber etwas mehr Geld für die Lithium-Eisen-Phosphat-Technologie (LiFePO4) ausgegeben, anstatt das billigere, aber weniger zuverlässige Lithium-Kobalt-Oxid zu verwenden. LiFePO4 ist nicht nur sicherer, sondern auch leistungsstärker. Dadurch liefert es im Gegensatz zu seinen Konkurrenten eine konstante Spannung von 12V, statt während des Betriebs nachzulassen. Außerdem haben LiFePO4-Akkus im Vergleich zu Lithium-Kobalt-Oxid-Konkurrenten etwa 4x mehr Ladezyklen.

Der einzige Nachteil unserer PowerTank Lithium und PowerTank Lithium Pro ist der höhere Kaufpreis. Aber es lohnt sich: Bei 2000 Ladezyklen pro Batterie ist LiFePO4 im Lauf der Jahre günstiger als ein Lithium-Kobalt-Akku mit nur 500 Zyklen oder gar ein Blei-Gel-Akku mit noch weniger Zyklen. Außerdem benötigt ein LiFePO4-Akku keine regelmäßige Wartung, sobald er vollständig aufgeladen ist. Dadurch ist er auch nach langer Zeit einsatzbereit, sei es für Ihr Teleskop oder als Notstromversorgung bei einem Stromausfall!

Andere Hersteller verkaufen "Lithium-Batterien" für die Astronomie. Was unterscheidet Celestrons PowerTank Lithium und PowerTank Lithium Pro?

Celestrons PowerTank Lithium und PowerTank Lithium ProSeit den ersten computergestützten Teleskope basteln Amateurastronomen eigene Lösungen zur Stromversorgung. In den 1980er Jahren bauten die ersten Tüftler altmodische Autobatterien um, um ihre Teleskope zu betreiben, und der Rest ist Geschichte. Auch viele andere Stromquellen auf dem Markt wurden nicht für die Astronomie entwickelt. Die kleinen 155 Wattstunden Lithium-Batterien, die online aufgetaucht sind, sind eigentlich wiederverwendbare Netzteile für tragbare CPAP-Atemschutzgeräte.

CPAP-Maschinen unterscheiden sich im Strombedarf deutlich von Teleskopmontierungen. Teleskope sind anspruchsvoller und müssen ständig mit oder nahe 12V betrieben werden, um optimal zu funktionieren. An einem Teleskop liefern diese Batterien nie volle 12V und verlieren schnell an Strom, sodass sie in weniger als zwei Stunden auf 11V heruntergefahren werden.

Dann gibt es noch die unterschiedlichen Formfaktoren. Um ein Teleskop mit einer CPAP-Batterie zu betreiben, müssen Sie wahrscheinlich ein kleines Adapterkabel verwenden, das den 12-Volt-Ausgang an einen Zigarettenanzünderstecker anpasst, und dann wiederum einen Zigarettenanzünder-Adapter an diesen Adapter anschließen. DasAnschlusskabel vieler Teleskope ist weniger als einen Meter lang, sodass es den Stromeingang der meisten parallaktischen Montierungen nicht erreicht, wenn die Stromquelle auf dem Boden liegt.

Unser Team von Celestron hat den  Celestron PowerTank LiFePO4 12V DC/ USB 5V/ 84,4Wh (#821041, € 179,-) und den  PowerTank Pro LiFePo4 12V DC / USB 5V / 158.74 Wh (#821042, € 299,-) speziell für die Astronomie entwickelt. Der hochwertige Akku hält eine konstante Spannung bis zu den letzten 30 Minuten seiner Ladung, und der Formfaktor ist perfekt für Teleskope, einschließlich Klettbändern zur Befestigung an Stativbeinen. Wenn Sie den Akku an ein Stativbein schnallen, können die Kabel kurz bleiben und stören nicht, wodurch Stolperfallen und "Kabelsalat" vermieden werden.

Warum enthält PowerTank Lithium Pro keine AC-Steckdose?

Wir haben tatsächlich darüber nachgedacht, eine normale Steckdose in den PowerTank Lithium Pro einzubauen, da andere Akkupacks auf dem Markt diese Funktion ebenfalls bieten. Nach dem Testen dieser Geräte haben wir jedoch festgestellt, dass es keinen Sinn macht, wenn ein Akku dieser Größe einen Wechselstromkreis hat.

Spannungswandler sind bekanntermaßen ineffizient. Darüber hinaus benötigen diese 155 Wh-Akkus einen internen Lüfter, um die Batterien kühl zu halten, wenn sie den Wechselstrom-Anschluss bedienen. Die Stromversorgung des Lüfters frisst Strom, der dann Ihrem Gerät fehlt. All diese Faktoren zusammengenommen machen die Steckdose viel weniger nützlich, als man glauben möchte.

Um dies zu demonstrieren, haben wir den 155 Wh-Akku eines Mitbewerbers über den Wechselstromanschluss an eine einzelne 60-Watt-Glühbirne angeschlossen. Er war nach zwei Stunden leer.

Natürlich ist eine Glühbirne das Letzte, was Sie bei der Beobachtung oder Astrofotografie mit Strom versorgen wollen. Also haben wir es mit einem Laptop getestet. Die technischen Daten des Akkus gaben eine maximale Leistung von 100 Watt an. Die meisten Laptop-Ladegeräte benötigen zwischen 70 und 125 Watt. Aber die gleichzeitige Ausführung von Autoguiding-Software und Bilderfassungssoftware erfordert mehr Leistung. Kein Wunder, dass der Laptop mehr als 100 Watt benötigte und sich der Akku nach zwei Minuten abschaltete, um Schäden zu vermeiden.

Anstatt dem PowerTank Lithium Pro also eine im Wesentlichen nutzlose Steckdose hinzuzufügen, haben wir uns für einen integrierten "Zigarettenanzünder"-Anschluss entschieden, der mit vielen Teleskopen und astronomischem Zubehör kompatibel ist.

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